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Die Kupfertasche der Superoxid-Dismutase

Petalitelle verfolgt den Reaktionszyklus der Kupfer-Zink-Superoxid-Dismutase in einzelnen Schritten und stellt den EU-Wortlaut zu Kupfer am Ende unverändert daneben.

Zur Erläuterung

Weshalb ein einzelnes Elektron Aufmerksamkeit verdient

Sauerstoffmoleküle sind in jeder Zelle vorhanden. Nimmt ein solches Molekül nur ein einziges Elektron auf statt der vier, die bis zum Wasser nötig wären, entsteht das Superoxid-Radikalanion, in Formeln O2•− geschrieben. Es existiert nur kurz, trägt eine negative Ladung und geht bereitwillig Reaktionen mit Molekülen in seiner Umgebung ein.

Von oxidativem Stress sprechen Biochemikerinnen und Biochemiker, wenn das Verhältnis zwischen der Bildung reaktiver Sauerstoffverbindungen und ihrem Abbau über längere Zeit zur Bildungsseite hin kippt. Der Begriff beschreibt also keine einzelne Substanz, sondern eine Schieflage zwischen zwei Seiten einer Bilanz.

Auf der Abbauseite dieser Bilanz steht als eine der ersten Stationen ein Enzym, dessen aktives Zentrum ein Kupferatom enthält: die Kupfer-Zink-Superoxid-Dismutase, in Fachtexten meist SOD1 genannt. An ihr lässt sich besonders anschaulich zeigen, worauf sich die zugelassene EU-Angabe zu Kupfer bezieht — deshalb steht sie auf diesen Seiten im Mittelpunkt.


Die Kupferstelle der SOD1 bei der Arbeit

SOD1 besteht aus zwei gleich gebauten Untereinheiten mit je rund 150 Aminosäuren. Jede Untereinheit bindet ein Kupferion und ein Zinkion, die nur wenige Zehntel Nanometer voneinander entfernt liegen. Die eigentliche chemische Umsetzung findet am Kupfer statt.

Wechsel zwischen zwei Ladungszuständen

Das Kupferion kann als Cu2+ oder als Cu+ vorliegen. Trifft ein Superoxid-Molekül auf die oxidierte Form, gibt es sein überschüssiges Elektron an das Kupfer ab und verlässt das Enzym als gewöhnlicher Sauerstoff. Das nun reduzierte Kupfer reicht dieses Elektron an das nächste Superoxid-Molekül weiter, das zusammen mit zwei Protonen zu Wasserstoffperoxid wird.

2 O2•− + 2 H+ → O2 + H2O2

Danach liegt das Kupfer wieder als Cu2+ vor, und der Kreislauf kann von vorn beginnen. Das Enzym selbst wird dabei nicht verbraucht. Genau dieser Vorgang ist der biochemische Hintergrund der folgenden Angabe:

Kupfer trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Warum ein Zinkion daneben sitzt

Das Zinkion nimmt selbst keine Elektronen auf. Es ist über einen gemeinsamen Histidin-Rest mit dem Kupfer verbunden und hält die Schleife des Proteins, die das aktive Zentrum formt, in der richtigen Position. Ohne diese strukturelle Verankerung wäre die Tasche um das Kupfer weniger formstabil.

Eine Reaktion nahe am physikalischen Tempolimit

Die gemessene Geschwindigkeitskonstante von SOD1 liegt in der Größenordnung von 109 pro Mol und Sekunde. Das ist ungefähr so schnell, wie Moleküle in wässriger Lösung überhaupt aufeinandertreffen können. Möglich wird dies durch positiv geladene Aminosäuren am Eingang der Tasche, die das negativ geladene Superoxid gezielt zum Kupfer hinleiten.


Nachschlagen nach Registern

Die wichtigsten Eckdaten zu Kupfer, zum Fundort des Enzyms und zur Rechtsgrundlage, nebeneinander angeordnet.

Cu 29

Kupfer

Kupfer ist ein essenzielles Spurenelement mit der Ordnungszahl 29. Der Körper eines Erwachsenen enthält insgesamt nur etwa 50 bis 120 mg davon. In der SOD1 wird das Metall genau wegen seiner Fähigkeit gebraucht, leicht zwischen zwei Ladungszuständen zu wechseln.

Der Referenzwert für die tägliche Zufuhr liegt laut Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 bei 1 mg.

„Kupfer trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Fundorte

Zellflüssigkeit, Zellkern, Membranzwischenraum

SOD1 kommt in fast allen Zelltypen vor. Der größte Anteil befindet sich in der Zellflüssigkeit, dem Zytosol. Kleinere Mengen finden sich im Zellkern und im schmalen Raum zwischen den beiden Membranen der Mitochondrien.

Eine verwandte kupferhaltige Form, SOD3, ist außerhalb der Zellen im Gewebe verankert.

Rechtsgrundlage

Zuständig: EFSA und EU-Kommission

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die wissenschaftlichen Daten zu Kupfer begutachtet. Auf dieser Basis hat die EU-Kommission die Angabe in die Liste der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 aufgenommen.

Der Wortlaut ist festgelegt. Er darf weder erweitert noch sinngemäß umformuliert werden.


Die Petalitelle-Erläuterung zur Superoxid-Dismutase

Ein digitales Dokument mit dem Reaktionszyklus in Einzelschritten, einer Kennwerttabelle zur SOD1, dem Weg des Kupfers bis ins Enzym und einer sachlichen Einordnung der EU-Angabe.

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Vierzehn Tage nach dem Kauf lässt sich der Vertrag ohne Begründung widerrufen. Den genauen Ablauf nennt die Widerrufsbelehrung.


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